Sternenlicht

•Januar 3, 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Mach die Tür auf!“ Er schreit, aber ich habe zu große Angst, als das ich die Tür öffnen könnte. Warum tut er das? Warum tut er es immer und immer wieder? Mein Körper ist schon mit blauen Flecken übersäht. Ich muss immer eine Sonnenbrille und Schminke tragen, damit niemand sieht, dass er mich in mein Gesicht schlägt. Ich darf keine Freunde haben, weil er Angst hat, ich könnte ihnen sagen, was hier passiert.

„Meine Kleine, warum machst du die Tür nicht auf?“ Seine Stimme klingt jetzt ganz lieb. Was sollte sie jetzt machen? „Wir können doch über alles reden.“ Seine Stimme wird jetzt leiser, so, als ob er von der Tür weggeht. Aber im nächsten Augenblick kann ich hören, wie er brutal gegen die Tür rennt. „Mach Tür auf, oder ich trete sie ein!“ Jetzt schreit er wieder. Weiterlesen ‘Sternenlicht’

Night

•Januar 2, 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

„Tür auf!!! Kalt!!!“

Energisch trat sie gegen die verschlossene Tür. Sie hatte es schon vor fünf Minuten aufgegeben, sinnvolle Sätze zu bilden und beschränkte sich nun auf das Wesentliche.

Endlich hörte sie schlurfende Schritte hinter der Tür und das Klimpern von Schlüsseln.

„Ging das nicht schneller?“ beschwerte sie sich, als sie sich an dem erstaunten Mann vorbei durch die geöffnete Tür drängelte.

„Endlich“ Seufzte sie erleichtert, als sie in der Mitte des Zimmers stand.

„Hast du eigentlich eine Ahnung, wie arschkalt es draußen ist? So eine Kälte gehört verboten. Warum machen sie das eigentlich nicht mal? Ich mein, die haben für alles und jeden ein Verbot. Warum nicht auch für diese beknackte Kälte?“ Schimpfte sie lauthals, während sie sich aus vier Schichten schälte, die aus einem Mantel, einem Anorak, einer Windjacke und einer Stickjacke bestanden. Darunter trug sie einen dicken schwarzen Rollkragenpullover.

Zum Schluss nahm sie noch ihren Schal ab und setzte sich auf einen Stuhl, der vor dem Küchentisch stand.

„Warum kannst du nicht in deine eigene Wohnung gehen und dich da in dein Bett legen, wie jeder normale Mensch auch?“ beklagte sich der junge Mann, dem die Wohnung gehörte.

„Geht nich.“ Kam es kurz angebunden von ihr. „Der Hausbesitzer hat mir den Strom und die Heizung abgedreht, weil ich die letzte Rechnung nicht bezahlen konnte.“ Sie zuckte die Schultern, wobei ihr feuerrotes Haar weich über selbige fiel. Von draußen, klang das Schrillen einer Polizeisirene herein und sie zuckte zusammen. „Außerdem hat er die Polizei gerufen, weil ich den, ach so süßen Pudel seiner Frau rasiert habe.“ Weiterlesen ‘Night’

Er war einfach nur da

•Januar 2, 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Ein Tränenschleier machte es mir fast unmöglich meinen Weg durch den langen, leeren Flur des Hotels zu finden.

Warum hatte er das getan? Ich hatte ihm alles zu Füßen gelegt.

Meine Seele, mein Herz.

Ihm meine besten Jahre geschenkt.

Warum hatte er mich betrogen? Weiterlesen ‘Er war einfach nur da’

Das Märchen ohne Namen

•Januar 2, 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Es was einmal ein Mädchen, das hatte seinen Liebsten verloren.

Doch man gestattete dem Mädchen nicht, um ihren Schatz zu trauern und ihre Eltern suchten nach einem neuen Mann, der ihre Tochter heiraten sollte.

Schon als ihr Liebster beigesetzt wurde, stellten sie dem Mädchen zwei neue Männer vor, die sie als mögliche Heiratskandidaten auserkoren hatten.

Das Mädchen aber schwieg und würdigte keinen der Männer auch nur eines Blickes.

Nun war einer der Männer der Sohn des Bürgermeisters und dieser war erbost über die Abneigung, mit der das Mädchen seinem Sohn begegnete.

Also jagte er die Familie aus der Stadt und verbot ihnen jemals wieder einen Fuß über die Stadttore zu tun. Weiterlesen ‘Das Märchen ohne Namen’

Schöne neue Welt

•Januar 2, 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Schöne neue Welt

Entspannt lehnte sie sie in ihrem Sessel zurück.

Feierabend.

Nichts mehr zu tun.

Das sind ihre einzigen Gedanken.

Ach nein, da war noch eine Sache, die erledigt werden musste, aber Gott sei Dank nicht von ihr. Weiterlesen ‘Schöne neue Welt’

Hunger

•November 7, 2008 • Hinterlasse einen Kommentar

Ein kleiner Text, der mir seit Stunden im Kopf rumschwirrt.

„Das schmeckt mir aber nich.“

Ich sehe dich einen Augenblick lang an und überlege, was ich darauf sagen soll. `Es gibt Kinder, die würden sich über was zu Essen freuen. ` zieht bei dir nicht, denn du kennst das Gefühl Hunger zu haben. Quälenden Hunger .

„Dafür hab ich eine Stunde in der Küche gestanden.“ Versuche ich es und sehe dich leicht vorwurfsvoll an.

„Selbst schuld.“

Aber ich kann sehen, dass du es nicht so meinst. Du hast den Kopf gesenkt und stocherst schon mit deiner Gabel in dem Spinat rum.

Du siehst zu mir hoch und nimmst widerwillig eine Gabel voll und schiebst sie dir in den Mund.

Ich erinnere mich wieder daran, wie du in meiner Wohnung gestanden hast, die Augen riesengroß und dünn und ausgehungert, wie du warst. Die Kleidung schmutzig, das Haar verfilzt. Noch heute frage ich mich, wie du die Kraft aufbringen konntest dich zu befreien und um Hilfe zu bitten.

Jetzt sitzt du hier an meinem Tisch, und gibst mir Widerworte und ich freue mich darüber.

Ja, tief in mir drin freut es mich, denn es zeigt mir, dass du stark geworden bist. Das du dich erholst und weiter Kraft schöpfst.

Dich hier so sitzen zu sehen, ist mehr als ich mir hatte träumen lassen, als ich dich das erste Mal sah.

Es ist nicht immer leicht, für keinen von uns beiden.

Aber wir schaffen es.

Mahlstrom

•Oktober 5, 2008 • Hinterlasse einen Kommentar

Eigentlich ein Beitrag für einen Wettbewerb, allerdings hatte der Veranstalter Probleme die Datei zu öffnen und am Ende hielt mich ein Serverabsturz von unserem Internetanbieter davon ab, eine neue Version zuzuschicken, weswegen ich denke, dass sie nicht an dem Wettbewerb teilnehmen wird. Darum stelle ich sie hier rein.

Mahlstrom

Fahles Licht fiel durch ein scheibenloses Fenster, welches in einebrüchige Häuserwand eingelassen war. Von dem Gebäude selbst existierten nur noch drei der vier Außenwände und es besaß weder Dach, noch etwas in seinem hohlen Bauch, was es vor Regen zu schützen gäbe.

Lediglich die Insekten fanden hier noch in kleinen Ritzen und Fugen innerhalb des Mauerwerkes Schutz.

Der Boden war mit einer dicken Schicht aus Staub und Schmutz bedeckt.

Hier und dort zeugten Trümmerfelder von dem Zusammensturz von Gebäuden, die ihre Nachbarhäuser mit sich gerissen und so noch tiefere Narben in die Haut der Stadt geschlagen hatten.

Eine Wolke schob sich vor den Mond, welcher hoch am Himmel stand, und sein schwindendes Licht füllte die Schatten auf, die sich wie ein wogendes Meer auf dem Boden abzeichneten.

Die Stadt versank in der Finsternis. Weiterlesen ‘Mahlstrom’

 
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